Geschichte

  • Historische Luftbilder des Gebiets Vördere aus den Jahren um ca. 1950 und 1970





  • Nutzung durch das amerikanische Militär und die zivilen Deutschen Fliegergruppen

    Die Nutzung eines ca. 15 ha großen Teils des Gewanns Vördere als Flugplatz begann bereits früh in den 50 er Jahren, als die Segelflieger das Gelände auf dem heutigen Golfplatz verlassen mussten.

    Der Bergfalke der Fliegergruppe Kornwestheim auf dem Militärflugplatz in den 50 er Jahren. Anflug von Osten her auf den Flugplatz. Kurze Zeit später durfte wegen der Nike-Raketen nicht mehr auf dem Militärflugplatz geflogen werden.

    Nach einigen Jahren Unterbrechung konnten die deutschen Flieger im Jahr 1959 das zwischenzeitlich miliärisch genutzte Gelände bis 1989 auf der Vördere wieder mit nutzen. Die amerikanischen Streitkräfte hatten auf der nördlichen Hochebene einen Flugplatz errichtet. Eine Stahlflugzeughalle und ein Towergebäude wurden entlang der Aldinger Straße errichtet.


    Der Motorspatz der Fliegergruppe Kornwestheim war nach Abzug der Nike-Raketen-Stellungen das erste Flugzeug um 1960, welches zivil wieder auf dem Militärflugplatz in Pattonville fliegen durfte.

    Auf der Südseite und auf der Süd-/Ostseite entstanden Mitte der 50 er Jahre mehrere Bunker und Abschussplattformen für Nike-Raketen. Das Gelände wurde im Westen, Osten und Norden eingezäunt und zum militärischen Sperrgebiet erklärt. An der süd-/westlichen Hangkante entstand eine Mülldeponie für militärische Abfälle aus Baden-Württemberg.


    Blick von Norden nach Süden. Ehemalige Flugabwehrstellung (Nike-Basis) am Rande des Flugplatzgeländes.


    Blick von Süden in Richtung Norden. Im Vordergrund Nike-Raketen-Stellung. Im Hintergrund die Siedlung Pattonville


    Blick von Süden in Richtung Norden. Ganz links im Bild die zur jeweiligen Flugabwehrstellung gehörenden Bunker. Im Hintergrund Pattonville.


    Weitere Nike-Basis entlang des östlichen Weges auf dem Fluggelände. Die betonierten Bodenplatten sind teilweise heute noch vorhanden.


    Übersichtskarte des Fluggeländes mit Standorten der Raketenstellungen. Die Kommentare sind von einem ehemaligen Militärangehörigen angebracht worden (civ. = Zivil, Ramp = Abstellfläche für Flugzeuge, Parking pads = Abstellflächen für Hubschrauber)


    Die Amerikaner nutzen den Flugplatz für kleine Beobachtungsflugzeuge, weshalb nur eine kurze Landebahn gebaut wurde.


    Erste in Pattonville stationierte Flugzeuge der US-Armee: Cessna Bird-Dog. Beobachtungs- und Schulungsflugzeug.


    Auch dieser Typ war einige Jahre auf dem Militärflugplatz Ludwigsburg-Pattonville stationiert.


    Dieses Bild zeigt eine Mohawk. Das Bild wurde nicht in Pattonville aufgenommen. Flugzeuge dieses Typs waren nicht dauerhaft in Pattonville stationiert, aber dennoch häufig auf dem Militärflugplatz anzutreffen.



    Mit den größer werdenden Überwachungsflugzeugen und Satelliten verlor der Flugplatz auch zunehmend seine Bedeutung für „Flächenflugzeuge“. In den 70 er Jahren wurden Hubschrauber stationiert.

    Neben dem Jet-Ranger war die UH 1D wohl der in Pattonville am häufigsten stationierte Hubschauber von ca. 1970 bis zum Abzug im Jahr 1989.


    Die Hubschrauber blieben auf dem Flugplatz bis zum Abzug der amerikanischen Truppen im Jahr 1989.

    Der Flugplatz und somit das gesamte Gelände diente aber immer auch als Truppenübungsplatz für die Pionierkompanien aus Ludwigsburg und Kornwestheim. Besonders im süd-/westlichen Teil des Geländes wurden große Schotterflächen aufgetragen, wo mit Berge- und Brückeverlegepanzern Übungen durchgeführt wurden. Auch zivil wurde das Gelände von den in Pattonville untergebrachten amerikanischen Bürgern genutzt. Mitte der 70 er Jahre wurde an der südlichen Hangkante eine Stockcar-Bahn gebaut. Rund 5 Jahre wurden auf der Vördere auch Autorennen gefahren. Das Oval der Bahn ist teilweise noch aus der Luft erkennbar. Der westliche Teil des Geländes neben der großen Stahlhalle diente viele Jahre als Autoschrottplatz.

    Während der militärischen Nutzung konnten Besucher nicht, oder nur sehr eingeschränkt auf die Hochfläche der Vördere gelangen. Hierdurch entwickelte sich wie auf vielen anderen Truppenübungsplätzen oder Flugplätzen die Natur weitgehend ungestört. Die militärische Nutzung beschränkte sich punktuell auf das Gelände.

    Nach dem endgültigen Abzug der Amerikaner im Jahr 1989 wurde von den deutschen Fliegergruppen ein Sicherheitszaun entlang der südlichen Begrenzung des Flugplatzgeländes errichtet. Er dient als Sicherheitsstreifen zum Segelflugschleppbetrieb. In diesem Bereich der von Personen fast nie betreten wird, ist ein Teil des ungestörten Lebens und der ungestörten Vegetation erhalten geblieben.


    Mit diesen beiden A-Falken (D-KIFI und D-KAGI) begann die Motorseglerschulung der Fliegergruppe Kornwestheim am Militärflugplatz Pattonville. Im Hintergrund die Landebahn und rechts oben das Towergebäude (Blick von Osten in Richtung Westen).


    Bild der Wilkins-Barracks in Kornwestheim ca. Mitte der 60er Jahre. Im Hintergrund die amerikanische Siedlung Pattonville. Der Flugplatz und die Vördere liegen auf dem Bild rechts von Pattonville.


    Karte der Standorte der US-Armee im Raum Ludwigsburg – Kornwestheim.
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